Episodendatensatz spParLeave

Liebes NEPS-Team,

ich arbeite zurzeit in R mit NEPS-Daten der Erwachsenenkohorte. Ich möchte gern Variablen aus dem Teildatensatz „spParLeave“ nutzen, um mir ein Maß für die Elternzeit als Kontrollvariable in meinen Analysen zu erstellen.
Ich fürchte, ich bin unsicher, welche Variablen ich in mein Dataset zur „Weiterverarbeitung“ aufnehmen muss, wenn ich die Elternzeit für alle Personen, die in Welle 7 teilgenommen haben, erstellen möchte.

Ich hätte folgende Vermutung, was zu tun ist und würde mich sehr über eine Rückmeldung bzw. Unterstützung freuen!

  • Datensatz nach Welle 7 filtern
  • spms == 1, um nur Hauptereignisse zu erhalten
  • spgen == 0, um generierte Zeilen zu entfernen
  • Differenz aus Beginn und Ende Erziehungsurlaub (Monat und Jahr)
  1. Brauche ich noch Variablen wie splink, spell, etc.?
  2. Was sind die „Prüfmodule“ bei den Variablen für Erziehungsurlaub?
  3. Ist die Variable „child Kindnummer“ die Anzahl der Kinder der Person (ID_t)?

Vielen herzlichen Dank für Eure Hilfe und das tolle Panel und das tolle Forum!

Hallo Sarah,

konkrete Antworten auf deine sehr spezifischen Fragen fallen mir leider etwas schwer, ohne zu wissen, was dein Analyseziel ist; genauer: Was ist denn das Maß über Elternzeiten, das dich interessiert?

  • Der Umstand, ob (ja/nein) jemand zum Befragungszeitpunkt in Welle 7 in Elternzeit ist?
  • Der Umstand, ob (ja/nein) jemand bis zum Befragungszeitpunkt in Welle 7 jemals in Elternzeit war?
  • Die Dauer insgesamt, die eine Person bis zum Interviewzeitpunkt in Welle 7 in Elternzeit verbracht hat?
  • Die Dauer, die eine Person bereits in einer bis zum Interviewzeitpunkt in Welle 7 andauernden Elternzeit verbringt?

Es gibt noch ein paar andere Szenarien, die mir einfallen würden. Abhängig davon ist natürlich die Aufbereitungsweise, mit der die Daten am klügsten zusammenzubauen sind.

Bis dahin kann ich nur ein paar allgemeine Tipps geben, die hoffentlich schon helfen:

  1. Die Variable child ist eine fortlaufend durchgezählte Nummer der Kinder einer Person, beginnend mit dem ältesten Kind. Ein Elternzeit bezieht sich naturgemäß auf ein Kind, deshalb ist die Kindernummer zum Bezugskind auch in spParLeave enthalten.
  2. Du solltest in deinem Analysedatensatz zumindest die Variablen splink und child halten, sie ermöglichen die, inhaltlich weitere Variablen aus spParLeave oder spChild anzuspielen.
  3. In NEPS-Interviews gibt es ein so genanntes Prüfmodul, das dem Interviewpersonal nach Ende der Erfassung biografischer Episoden ermöglicht, in Absprache mit den Befragten Korrekturen vorzunehmen, um bspw. Unregelmäßigkeiten durch Erinnerungslücken korrigieren zu können. Dieses Prüfmodul produziert eines von drei möglichen Ergebnissen:
    a. Begin- oder Enddatumsangaben zu einzelnen Episoden werden korrigiert; die korrigierten Zeiten finden sich in den jeweiligen Variablen mit dem Namenssuffix _g1
    b. ganze Episoden werden annuliert, also ex post für falsch berichtet erklärt; sie sind identifizierbar, indem in den aus dem Prüfmodul stammende Variablen (bspw. spms oder die Datumsangaben mit dem Variablennamenssuffix _g1 den Wert -21 „im Prüfmodul annuliert“) gefiltert wird.
    c. neue Episoden werden zum Schließen von Lücken ergänzt; sie fügen sich „normal“ in den Episodendatensatz ein, sind aber durch den Wert 4 „im X-Modul ergänzt“ in der jeweiligen Variable „Episodenmodus“ (bspw. ts23550 in spEmp) erkennbar.

Ich hoffe, das hilft zunächst etwas weiter; melde dich gerne mit noch ein paar Details wieder, wenn wir dir versuchen sollen, noch etwas weiter zu helfen.

Beste Grüße
Bela