Nachfrage Variablenvorkommen und -umgang, für SC2

Hallo zusammen,

ich arbeite mit den Daten der Startkohorte 2 und beschäftige mich mit den schulischen Leistungen von Grundschulkindern. Dazu betrachte ich die Variablen Noten und Kompetenztestergebnisse .

Beim Arbeiten haben sich mir mehrere Fragen herausgestell t:

1. No ten

Jeweils in pParent und pTarget sind Angaben zur Mathe- und Deutschnote (p724101 & p724102 bzw. t724101 & t724102) vorhanden, jedoch handelt es sich bei den Wellen der Grundschulzeit (Welle 3-6) um fehlende We rte.

In pTarget gibt es erst Werte ab Welle 7 (=Klassenstufe 5), in pTarget bereits ab Welle 5 (=Klassenstuf e 3).

Kann ich irgendwo noch Werte für die ersten Klassenstufen finden oder muss ich mit der Annahme, dass Noten erst ab der 3. Klassen existieren argumentieren (in DE schätzungsweise üblich) und rein mit einem Durchschnitt der Noten aus der dritten und vierten Klasse arbeiten aus pT arget?

Meine alternative Überlegung wäre für die ersten beiden Grundschuljahre (Welle 3 & 4) andere Proxi heranzuziehen, jedoch birgt dies meiner Einschätzung nach ein fehlerhaftes Vorgehen in der Verrechnung (Durschnitt aus 2x Noten, 2x andere Proxi) - wie wäre hier daher er korrekte Ansatz?

2. Ergebnisse Kompet enztests

Ich habe festgestellt, dass viele Kompetenztests in unterschiedlichen Wellen erhoben wurden und ich daher meine ausgewählten Variablen nicht anhand von einer Welle (Querschnittsanalyse) vergleichen/beurteilen/interpretieren kann. Ich nehme daher an, begründet unterschiedliche Wellen auswählen zu müssen, in denen die Kompetenergebnisse vorhan den sind?

(z.B. Mathe nur in W2 (mak2z221_c ff.), W3 (mag1v051_c ff.), W4 (mag1v051_s c2g2_c ff.

), W6 (mag5d041_sc2g4_c ff.), W9 (mag7q011_c ff.), W11 (mag9d151_sc2g9_c ff.) ; Deutsch hingegen über mehrere Variablen wie Wortschatz in W1 (vok10001_c ff.), W3 (vok10067_sc2g1_c ff.), W5 (vog10034_sc2g3_c ff.) + Grammatik in W1 (grk1a101_c ff.), W3 (grg1d101_c ff.) + Lesegeschwindigkeit in W4 (rsci2001_c ff.) + Lesekompetenz in W4 (früh - rxg20001_c ff.) , W6 (reg50110_sc2g4_c ff.), W9 (reg70110_sc2 g7_cff.))

Ursprünglich hatte ich aus den jeweiligen Items der Kompetenzen eigene Durchschnitte gebildet, bin jedoch dann auf den WLE und die Summenangaben aufmerks am geworden.

Kann ich mit diesen beiden Angaben ebenso problemlos arbeiten? Wie finde ich heraus, ob der korrigierte oder unkorrigierte WLE für mich der richtige ist und bilde ich aus den Angaben dann auch nochmal den Durchschnitt zur In terpretation?

Zumal ich nicht zu jeder Variable die Summenangabe vorliegen habe (z.B. keine Angabe für Mathe, hier nur die Angabe von dsk2_sc3 & bdk2_sc3 = Zahlenspanne und Zahlenspanne rückwärts im zweiten Kindergartenjahr = Welle 2, bei Grammatik nur die Summe aus W1, bei Lesegeschwindigkeit und -kompetenz je nur die Sum me a us W 4)…

Herzlichen Dank im Voraus

Sophie

Hallo Sophie,

ich versuche die Frage zu den Kompetenzen zu beantworten:

Eine Übersicht über im NEPS erhobene Kompetenzdomänen und die entsprechenden Wellen finden sich hier: https://www.neps-data.de/Portals/0/NEPS/Datenzentrum/Forschungsdaten/Kompetenzen/NEPS_OverviewCompetenceData_2025_en.pdf

Für viele (aber nicht alle) Kompetenzerhebungen stehen eigene Technische Berichte zur Verfügung, die weiterführende Informationen zu den Tests und den bereitgestellten Testwerten geben. Diese Technischen Berichte sind in dem PDF oben verlinkt, finden sich auch auf NEPS Hompage (https://www.neps-data.de/Datenzentrum/Daten-und-Dokumentation/SC2-Kindergarten/Dokumentation > “Informationen zu den Komptenztests“) verlinkt, und stehen gesammelt in der NEPS Publikationsliste (https://www.lifbi.de/de-de/Start/Forschung/Publikationen/NEPS-Survey-Papers) zur Verfügung.

In der Regel ist es nicht möglich Schätzwerte für die Personenfähigkeit (z.B. Mathematikkompetenz) durch einfache Aufsummierung der Itemantworten zu erstellen, da die eingesetzten Tests oft sehr komplex sind (z.B. unterschiedliche Testhefte eingesetzt werden) und dadurch Summenwerte nicht vergleichbar zwischen alle Personen sind. Für alle im NEPS eingesetzten Tests finden sich aber Variablen im SUF, welche bereits berechnete Testwerte für die unterschiedlichen Tests beinhalten. Je nach Test können das sog. WLEs (auf Basis eines Item Response Modells geschätzte Fähigkeitswerte), einfache Summenscores, oder andere Scores sein. Mit diesen können inhaltliche Analysen durchgeführt werden ohne die einzelnen Itemantworten noch weiter berücksichtigen zu müssen.

Vergleichen kann man geschätzte Personenfähigkeiten nur innerhalb von Kompetenzdomänen (z.B. innerhalb von Mathematikmessungen oder innerhalb von Lesekompetenzmessungen). Eine Zusammenfassung unterschiedlicher Kompetenzdomänen zu einem durchschnittlichen Messwert ist (meist) nicht sinnvoll. Ich würde daher davon abraten.

Wenn WLEs für eine Kompetenzmessung im SUF zur Verfügung gestellt wurden, dann sind die Variablen mit der Endung “_sc1” für querschnittliche Analysen geeignet, wenn also kein Vergleich dieser Kompetenzmessung über die Zeit (= mehrere Messzeitpunkte) erfolgen soll. Wenn Wiederholungsmessungen einer Kompetenzdomäne analysiert werden sollen, sind die Variablen mit der Endung “_sc1u” heranzuziehen (siehe auch die entsprechenden Technischen Berichte).

Ich hoffe diese Informationen helfen vorerst weiter.

Viele Grüße,
Timo

Liebe Sophie,

ich bin Teil des Datenaufbereitungsteams und eher auskunftsfähig dafür, was du in den Daten finden kannst und was nicht ;-), ergänze mich also vielleicht ein bisschen mit Timo.

Du hast Recht, für die Grundschulzeit wurden diese Informationen tatsächlich noch nicht wirklich erhoben, weil es hier einfach viele schultyp- und bundeslandspezifischen Unterschiede gibt. Die erste tatsächlich erhobene Jahreszeugnisnote findest du für die 3. Klasse in pParent, wie du ja schon selbst rausgefunden hast. Das einzige, was so etwas wie einer Deutschnote vielleicht noch im entferntesten nahekommt, wäre vielleicht die Einschätzung über die Deutschkenntnisse des Kindes (pTarget: e41030ab), die für die Wellen 1-6 vorliegen. Zu beachten ist hier allerdings, dass diese Einschätzung vom Lehrer und nicht von den Eltern oder dem Kind kommt. Inwieweit das allerdings als Proxy für Noten für irgendwelche Modelle herhalten kann, muss jemand methodisch versierterer beantworten!

Sorry, dass ich nicht mehr helfen konnte!

Alles Gute,

Benno Schönberger